Kigugu Help

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Kigugu Help
Willkommen auf den Seiten des Kigugu Help e.V., eines privaten Entwicklungshilfeprojekts, das sich seit 1999 für einige der Ärmsten der Armen unter der ostafrikanischen Landbevölkerung einsetzt, die Bewohner des tansanischen Dorfes Kigugu. Die Lebensbedingungen im Dorf konnten durch die Hilfe unseres Vereins zwar schon verbessert werden, aber noch immer mangelt es den meisten Einwohnern von Kigugu an grundlegenden Dingen, hauptsächlich an allem, was Geld kostet. Die Bauern ernähren ihre Familien von dem, was ihnen die Landwirtschaft einbringt. Bezahlte Arbeit ist in der ländlichen Gegend kaum vorhanden. 
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Bäuerin aus Kigugu

In den vergangenen  Jahren ist eine enge Freundschaft zwischen den Dorfbewohnern in Tansania und dem Verein in Deutschland entstanden. Als Schwerpunkte fördern wir u.a. die Schulbildung der Kinder, die Trinkwasserversorgung, die Ansiedlung von Gewerbe, die Elektrifizierung und vieles andere mehr. Dabei helfen viele persönliche Kontakte, die sich im Lauf der Zeit entwickelt haben. So sind z.B. zwischen den Schulen in Kigugu und Nkungwi und verschiedenen Schulen im Umland von Schwerin und Wismar Brieffreundschaften entstanden. Aber auch ganz persönliche Partnerschaften zwischen engagierten Mitgliedern und einzelnen besonders bedürftigen Kindern bringen die Entwicklungshilfe voran und vertiefen die Beziehungen.

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Foto mit Lehrern der Grundschule in Kigugu
 

Die Saat zur Entstehung des Vereins wurde durch den gemeinsamen Aufenthalt von Professor Dr.-Ing. Emil Larek , der an der Hochschule Wismar Mathematik lehrt, und Professor Chisengo Sembuche von der Hochschule für Landwirtschaft in Morogoro (Tansania), der dort ebenfalls Mathematik unterrichtet, in Simbabwe gelegt. Durch die gemeinsame Arbeit in den Jahren 1994 bis 1996 an der "National University of Science and Technology" in Bulawayo / Simbabwe ist eine Freundschaft entstanden, die Professor Sembuche dazu veranlasste, Professor Larek in sein Heimatdorf Kigugu einzuladen. Herr und Frau Larek folgten der Einladung im Jahr 1998. Sie fanden dort ärmliche Lebensbedingungen für die Dorfbewohner vor. Ein einziger Brunnen musste für die Versorgung des gesamten Dorfes genügen. Viele Familien bezogen ihr Trinkwasser daher aus dem nahe gelegenen Bach, der gleichzeitig zum Waschen der Wäsche, zum Bewässern der Felder und als Abwasserkanal dient. Durch den Mangel an sauberem Trinkwasser gab es viele Krankheiten, insbesondere Amöbeninfektionen, Bilharziose u.ä. Es gab kaum Handwerker oder Gewerbetreibende. Der im Dorf vorhandenen Grundschule mangelte es an Lehrmaterial. Eine Starkstromleitung verlief zwar entlang der Durchgangsstraße, jedoch war in Kigugu selbst kein Stromanschluss vorhanden. Für die beiden Besucher waren die Erlebnisse dieser Reise sehr bedeutsam. Mit der Einsicht in die Lebensumstände der Einwohner von Kigugu wurde besonders deutlich, dass dieses Dorf kaum Perspektiven für die heranwachsende Generation bieten würde, wenn nicht wesentliche Verbesserungen an der Infrastruktur sowie bei Handwerk und Gewerbe erfolgten. Die Abwanderung der jungen Landbevölkerung in die Großstädte verbunden mit der Bildung von Slums ist eines der größten Probleme in Afrika, so auch in Tansania.

Zurück in Deutschland haben Frau und Herr Larek beschlossen, den Einwohnern von Kigugu bei der Verbesserung ihrer Lebensbedingungen zu helfen. Bei seinen Bemühungen, weitere Menschen für das kleine Dorf in Afrika zu interessieren, traf Professor Larek auf offene Ohren bei Fritz Kalf, dem damaligen Bürgermeister von Gägelow, einem Dorf bei Wismar. Fritz Kalf hatte zu der Zeit bereits Erfahrung mit Hilfsprojekten in Kroatien. Beide konnten verschiedene Firmen und Privatpersonen zur Hilfe bei der Finanzierung von Trinkwasserbrunnen und weiteren Maßnahmen zum Ausbau der Infrastruktur in Kigugu bewegen. Mit sehr viel Zeit, Geld und Mühe war es möglich, die ersten Vorhaben in die Tat umzusetzen.

Im Jahr 2002 reisten Professor Larek und Fritz Kalf zusammen mit einer Journalistin erneut nach Kigugu, um den Fortgang der Entwicklungshilfe zu untersuchen und den persönlichen Kontakt zu pflegen bzw. herzustellen. Dabei konnte ein neuer Brunnen eingeweiht werden, ein weiterer befand sich bereits im Bau. Mehrere Handwerker wurden mit Werkzeugen und Materialien ausgerüstet, von denen sie einen kleinen Teil zumeist über einen Zeitraum von 5 Jahren zurückzahlen mussten. Darüber hinaus wurden der Zustand der Grundschule dokumentiert und weitere Schritte, wie die Elektrifizierung des Dorfes vorbereitet.

Am 1. März 2003 wurde der Verein Kigugu-Help gegründet. Seitdem ist die Zahl der Mitwirkenden stetig gestiegen.

Die Elektrifizierung von Kigugu wurde begonnen, nachdem die Planungen während der Reise im Jahr 2002 präzisiert worden waren. Nach Verhandlungen mit TANESCO, dem staatlichen Energieversorger in Tansania, wurden ein Transformator installiert und die ersten Leitungen im Dorf gezogen. Dabei ist es von besonderer Wichtigkeit, dass die Einwohner von Kigugu an den Arbeiten in erheblichem Umfang beteiligt werden, so dass das ortsansässige Handwerk und Gewerbe einen Nutzen davon hat.

Eine Delegation des Vereins reiste 2004 erneut nach Kigugu, um den Fortgang der Entwicklung zu kontrollieren und den persönlichen Kontakt zu halten. Dieses Mal wurde die Grundschule mit Lehrmaterial versorgt, so dass die Quote von Schülern zu Schulbüchern von 7:1 auf 2:1 verbessert werden konnte. Außerdem wurden weitere Handwerker mit Werkzeug und Material ausgerüstet, zu ähnlichen Bedingungen wie bereits 2002. Beispielsweise wurden Nähmaschinen und Wasserpumpen angeschafft. Während dieser Reise wurde eine der Erfolg versprechenden Strategien der Entwicklungshilfe begonnen, die Vergabe von Kleinkrediten. Philipo, ein junger Mann mit Ehefrau und Kleinkind bat als erster um einen Kredit zum Erwerb von Land und etwas Saatgut. Er konnte den Kredit bereits nach 2 Jahren vollständig zurückzahlen. Die Idee, für die der indische Bankier Mohammad Yunus 2006 den Friedens-Nobelpreis bekam, hat sich auch in Kigugu bewährt. Die Kreditvergabe erfolgt über ein 2004 in Kigugu nach demokratischen Kriterien gewähltes Komitee, das mit der Verwaltung des Geldes beauftragt ist und dem Verein Kigugu-Help darüber Rechenschaft ablegt. Das Komitee ist darüber hinaus auch mit der Koordination der anderen durch den Verein geförderten Projekte beauftragt.

Bereits während des Besuchs im Jahr 2002 wurde die besondere Förderung von Mädchen beim Besuch der Secondary School begonnen. Mädchen haben traditionell schlechtere Chancen auf Ausbildung, so dass sich der Verein zum Ziel gesetzt hat diese besonders zu unterstützen. Jährlich wird vom Verein für 5 neue Mädchen mit entsprechenden Leistungen das Schulgeld für die Secondary School getragen. Ein afrikanisches Sprichwort lautet: "Erziehst Du einen Jungen, dann formst Du einen Mann, erziehst Du ein Mädchen, dann formst Du das Volk!" Bildung ist eines der wichtigsten Aufgaben, bei denen Entwicklungshilfe dauerhaft greifen kann. Die Förderung der Mädchen wird auch in Zukunft ein wesentliches Ziel des Vereins sein.

Im Jahr 2006 war eine weitere Delegation zu Besuch in Kigugu und konnte sich vom Fortgang der infrastrukturellen Verbesserungen überzeugen. Zu diesem Zeitpunkt wurde gerade ein mit Mitteln des Vereins neu errichtetes Schulgebäude fertig gestellt und eingeweiht. Der Besuch hat gezeigt, dass viele Projekte der Vergangenheit erfolgreich waren, z.B. die Förderung der Schulbildung, daneben mussten wir aber auch feststellen, dass andere Vorstellungen nicht aufgegangen waren. Beispielsweise war keine der 2004 angeschafften fußbetriebenen Wasserpumpen mehr in Betrieb. Die Nähmaschinen aus demselben Zeitraum hingegen dienen den Näherinnen im Dorf nach wie vor der Einkommenssicherung.

Es hat sich während der Reise 2006 auch gezeigt, dass die Trinkwasserbrunnen aufgrund des täglichen Dauerbetriebs erheblichem Verschleiß unterliegen. Die Lager der Handschwengel waren bei allen Pumpen ausgeschlagen und entsprechend schwergängig. Das Zuggestänge einiger Brunnen musste erneuert werden usw. Es wurde mit dem ortsansässigen Schmied ein Vertrag zur Wartung der Brunnen geschlossen. Einige Ersatzteile wurden noch während der Reise angeschafft. Außerdem wurden entsprechende Vereinbarungen zur Beschaffung weiter notwendiger Teile getroffen, für die der Verein die Kosten trägt.

Leider ist Fritz Kalf im November 2006 verstorben. Wir bedauern seinen Abschied sehr. Sein Fehlen ist ein großer Verlust nicht nur für unseren Verein.

Von Mai bis August weilte eine unserer Mitgliederinnen als Praktikantin in der Einrichtung "MeHaYo" in Morogoro , die sich  dort um geistig behinderte Jugendliche kümmerte. Sie war für zwei Wochen in Kigugu und hat sich einen Eindruck von der Situation vor Ort verschafft. Ihren Bericht gibt es hier zu lesen.

Im September 2008 war wieder eine Delegation in Kigugu. Aus zahlreichen intensiven Gesprächen mit dem gewählten Kigugu-Help-Kommitee, aber auch mit der Dorfregierung und vielen Einwohnern haben die Delegierten aktuelle Wünsche und Probleme der Dorfbevölkerung mitgenommen. Obwohl es auch Erfolge zu verzeichnen gibt, insbesondere in der nach wie vor sehr hilfreichen Wasserversorgung, muss die Priorität einiger unserer Aktivitäten diskutiert und neu eingeordnet werden. Klar ist jedoch, dass die Unterstützung der Schulen und insbesondere die Förderung von Mädchen beim Besuch der Secondary School eine unverzichtbare Aufgabe des Vereins bleibt. Einen Reisebericht finden Sie hier

Die nächste Reise ist für 2010 geplant.

 
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